24.04.2014

Prosavus AG - Insolvenzverfahren eröffnet

Nachdem am 01.04.2014 um 9:00 Uhr das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Future Business KG a.A. eröffnet wurde, wurde selbiges auch bei der Prosavus AG - ebenfalls ein Unternehmen der Infinus Gruppe aus Dresden - am 01.04.2014 um 10:00 Uhr eröffnet. Die Gläubigerversammlung findet am 26.06.2014 statt, Forderungen im Range des § 38 InsO sind bis zum 15.05.2014 anzumelden.

Nach erster Mitteilung des Insolvenzverwalters RA Scheffler scheint hier zumindest für die Gläubiger mit nicht nachrangigen Forderungen die Möglichkeit zu bestehen, ihr gesamtes eingesetztes Kapital zurück zu erhalten.

Anders stehe es um die Forderungen der Genussrechtsinhaber, da in den Genussrechtsbedingungen eine Nachrangabrede enthalten sei, so dass die Gläubiger mit diesen Genussrechten wohl kaum mit einer Befriedigung ihrer Forderungen rechnen könnten. Diese nachrangigen Forderungen (im Range des § 39 InsO) sollen zunächst auch nicht angemeldet werden.

Es besteht jedoch für die Inhaber der Forderungen aus den Genussrechten die Möglichkeit, die Forderungen ebenfalls als nicht nachrangige Forderungen geltend zu machen, wenn diese als Schadensersatzforderungen angemeldet werden. Dann würden diese ebenfalls den Rang des § 38 InsO genießen.

Erfahrungsgemäß werden Schadensersatzansprüche vom Insolvenzverwalter im Prüfungstermin zunächst vorläufig bestritten. Dann wäre in einem darauffolgenden Feststellungsprozesses gemäß §§ 179 ff InsO festzustellen, ob die Forderung im Range des § 38 InsO zur Tabelle genommen werden muss.

Bereits bei der Anmeldung einer Schadensersatzforderung ist der Anspruch prüfbar und damit hinreichend bestimmt darzulegen und zu begründen. Die Nutzung des vom Insolvenzverwalter übersandten Formulars ist auf keinen Fall ausreichend.

Die Genussrechtsinhaber sollten sich hier unbedingt qualifizierter anwaltlicher Hilfe bedienen, da sie sonst ihrer Ansprüche vollständig verlustig gehen können. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass gerade in Konstellationen wie der vorliegenden, nur die Rangverbesserung der Forderung zu einer Vermeidung des Totalverlustes führen kann.

Nach Mitteilung der Dresdner Nachrichten (dnn-online) geht es jetzt an die Verwertung der Immobilien der Infinus-Finanzgruppe. Für den Bestand der Prosavus AG und ihrer Töchter im Wert von schätzungsweise 38 Millionen Euro soll Ende April ein bundesweites Bieterverfahren starten, so dnn-online.

Die Infinus Gruppe setzt sich aus einem Gesellschaftsgeflecht mit mehreren Unternehmen zusammen. Die im Jahr 2006 als Future Business PLUS AG in Dresden gegründete Prosavus AG emittierte Genussrechte mit einer jährlichen prognostizierten Rendite in Höhe von 6 - 8 Prozent. Vertrieben wurden diese Anleihen durch fast 1.000 Vermittler, die unter dem Haftungsdach der inzwischen ebenfalls insolventen Infinus AG Finanzdienstleistungsinstitut stehen.

Infolge von Durchsuchungen, Festnahmen und Beschlagnahmen musste die Prosavus AG im November 2013 Insolvenz anmelden.

Als Ansprechpartner steht Ihnen bei Fachanwälten Dr. Morgenstern und Kollegen Rechtsanwalt Torsten Geißler gern zur Verfügung.

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