05.05.2008

Börse Online beruft sich auf MHG Rechtsanwälte in Sachen EdW-Entschädigung bei Phönix

Phoenix Kapitaldienst- EdW verweigert Entschädigung

von Tobias Kaiser

Die Enttäuschung kommt per Post ins Haus. Die Entschädigungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen (EdW) versagt hunderten von betrogenen Anlegern der Phoenix Kapitaldienst eine Entschädigung. Die Mehrheit der Opfer kann aber weiterhin auf eine Entschädigung hoffen.

In den vergangenen Wochen verschickte die Entschädigungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen hunderte von Briefen an Anleger der insolventen Phoenix Kapitaldienst. In den Schreiben teilte die EdW mit, dass die Betroffenen im Fall Phoenix keinen Anspruch auf eine Entschädigung aus der Einlagensicherung haben.

Auf der EdW, einer kleinen Bundesbehörde, ruhen im Moment große Hoffnungen der rund 30.000 Opfer der betrügerischen Phoenix-Kapitaldienst. Das in Insolvenz geratene Unternehmen war Mitglied der Einrichtung. Deshalb muss die EdW die betroffenen Anleger bis zur gesetzlich vorgeschriebenen Höchstgrenze von 20.000 Euro pro Person für ihre Verluste entschädigen – insgesamt mit schätzungsweise 200 Millionen Euro.

Wegen diverser Rechtsstreitigkeiten und Unklarheiten zieht sich die Auszahlung der Entschädigung aber bereits seit 2005 hin. Ende Juli will die EdW endlich beginnen, das Gros der Fälle zu bearbeiten. Bis dahin solle die entsprechende Datenbank aufgebaut sein.

Aber bereits in den vergangenen Wochen haben die Mitarbeiter der Einrichtung erste Bescheide verschickt. „Im Laufe der Bearbeitung haben sich Fälle herauskristallisiert, in denen wir bereits jetzt eine abschließende Entscheidung treffen konnten“, erklärt Ingo Möser, der Handlungsbevollmächtigter der EdW, gegenüber BÖRSE ONLINE. Fast alle dieser Bescheide sind allerdings Absagen.

Die negativen Bescheide gehen vor allem an Anleger, die sich bereits vor der Insolvenz Geld von Phoenix hatten auszahlen lassen. „Vereinfacht gesagt, sind es vor allem Anleger, denen mehr ausgezahlt wurde, als sie eingezahlt haben“, erklärt Möser. Die EdW bezieht in ihre Berechnungen nicht nur die Ein- und Auszahlungen ein, sondern auch die gezahlten Provisionen. Und die zehrten stark am angelegten Geld; Phoenix verlangte 0,5 Prozent Managementgebühr – im Monat.


Auch die Beteiligung an Handelsverlusten werden von der EdW mit eingerechnet. In den Neunziger Jahren hatte Phoenix rund 54 Millionen Euro mit Optionsgeschäften verloren. 'Anlegern, die recht früh eingestiegen sind, dürfte nach dieser Berechnungsweise nicht viel bleiben', schätzt Anlegeranwalt Torsten Geißler von der Kanzlei MHG Rechtsanwälte aus Jena. Denn die Handelsverluste fielen vor allem in den ersten Jahren an, nach dem Jahr 2000 beschränkte sich Phoenix darauf, die Anlegergelder nur noch zu verschieben. Geißler warnt davor, die Bescheide ungeprüft zu akzeptieren. Da für Anleger nicht nachvollziehbar sei, wie die EdW die Beteiligung an Handelsverlusten errechnet, sollen Betroffene die Berechnungen der EdW prüfen lassen.


In sehr wenigen Einzelfällen verschickt die EdW allerdings auch bereits jetzt positive Bescheide. „Es gibt im Moment ganz wenige Fälle, in denen wir bereits jetzt unter Berücksichtigung aller Fakten eine positive Entscheidung treffen können“, bestätigt Möser. Dem Großteil der 30.000 betrogenen Anleger bleibt allerdings im Moment nur, weiter darauf zu hoffen, dass ab Herbst, wenn die reguläre Entschädigungsarbeit anläuft, mehr positive Bescheide in den Briefkästen landen.

Quelle: Börse Online - Graumarktinfo.de vom 30.04.2008

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